Schundbruder Klaus

Es hat seine Vorteile, vergessen zu werden von jener anonymen Terrororganisation namens »Öffentlichkeit«. Keine Drohungen mehr, kaum wer verlangt noch obskure »Großtaten« von Karl Nagel oder brüllt »Verräter!« Auch die Irren sind verstummt. Karl hat seinen Job getan und schaut nur noch gelangweilt aus dem Fenster, so daß Peter sich ganz Dingen widmen kann, die schon lange unerledigt auf seiner Liste stehen. Um so erfreulicher, wenn uns jemand unaufgefordert ein Paket mit Comics schickt.

Um so erfreulicher, wenn einem jemand unaufgefordert ein Paket mit Comics schickt - jemand, mit dem mich viel verbindet: Klaus Frick habe ich 1980 beim PERRY-RHODAN-Weltcon in Mannheim kennengelernt; in den 90ern wurde er Chefredakteur der Serie und Karl »Meister des Chaos«. Gemeinsam tanzten die beiden über diverse Chaostage und APPD-Wahlkämpfe. Perry, Punk und der lockere Aufstand hatten zueinander gefunden, auch wenn das sicher für viele weder offensichtlich noch von Bedeutung war. Für Klaus & Karl schon.

Unser Kontakt ist seit einigen Jahren eher dünn geworden - aber einmal jährlich winken wir auf jeden Fall einander zu - und sei’s per Twitter. Und zwar am 9. Dezember, unserem gemeinsamen Geburtstag. Kein Witz, das Schicksal wollte es so.

Klaus produziert immer noch Rhodan-Raketen-Schundhefte, die große Liebe meines und wohl auch seines Lebens. Ok, mein Eheleben mit Perry ist ein bißchen grau und öde geworden, so richtig bringt der Kerl mein Blut nicht mehr in Wallung. No sex anymore. Aber darüber werde ich mich zu anderer Gelegenheit in diesem Blog ausführlicher ausbreiten.

Heute zählt, daß mir der DHL-Bote vor ein paar Tagen ein Präsent mit 6 Comic-Alben überreichte, verschickt vom Rhodan-Verlag in Rastatt. Von Klaus. Ist nicht das erste Mal, daß er an mich denkt, wenn sich in irgendeiner Büroecke herrlicher Schund stapelt, für den sich gerade niemand erbarmt. Oder der seine Dienste getan hat. Da ist er bei mir an den Richtigen geraten, zumal meine Schundbunde kaum noch Zuwachs an frischem Schund zu verzeichnen hat, der finanzielle Gürtel ist ziemlich eng geschnallt. Die Kohle muß für andere Sachen draufgehen, neue Comics und Bücher sind als letztes dran.

Darunter 4 Alben der Reihe »Die Haie von Lagos«, geschrieben und gezeichnet von Matthias Schultheiss. Dessen erste Veröffentlichungen hatte ich 1981 gerade noch mitbekommen, als ich die Comic- und SF-Szene hinter mich ließ, um ganz reale Abenteuer zu erleben. Und der immer noch Großartiges abliefert, wie mir ein fixer Blick in die Alben verrät.

Ich freu mich auf die Schmöker-Abende mit Matthias - und irgendwie auch mit Klaus, der allzeit präsent ist über unzählige in der Wohnung verteilte Rhodan-Hefte - und in Form des lebensgroßen VAMPIRELLA-Posters, das seit Jahren mein Wohnzimmer schmückt und das mir Klaus irgendwann um die Jahrtausendwende kredenzt hat.

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